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Medienlotse liest: Das Ende des Schreckens

Auch wenn der Buchtitel zunächst wenig nach digitaler Gesellschaft, Social Media oder gesellschaftlichem Wandel klingt, ist das Werk des Psychologen Peter Räfle
für Freelancer, Agenturgeplagte oder Konzerngestresste wichtig. Wer kennt das nicht: Im Beruf melden Chefs, Kollegen oder auch Kunden Ansprüche an, Freunde und Familie fordern Aufmerksamkeit und formulieren freundlich oder leider manchmal auch weniger freundlich ihre Erwartungen und üben Druck aus. Der Medienloste hat einmal nachgeschaut, ob es nach der Lektüre wirklich möglich ist, sich in Beruf und Alltag erfolgreich zu wehren, wie es der Untertitel verspricht.

Räfle bemüht sich in seinem 223-Seiten starken Werk um einfache Antworten und gibt den Lesern unter Anlehnung an die Kampfsportart Wing Tsun ein leicht zu verstehendes Instrumentarium an die Hand, mit dem sich jeder in die Lage versetzen kann, unangenehmen Druck oder nervenaufreibende Kämpfe abzufedern oder gar abzuwehren. Beispiele aus dem Alltag – nervige Nachbarn, Machtspiele mit Kollegen und Chefs oder Hahnenkämpfe in der Schule – helfen, mögliche Reaktionsmuster zu erlernen. Räfle empfiehlt zur Konfliktlösung Sätze wie „Das bringt jetzt nichts“, „Das stimmt so nicht“ oder „Das passt jetzt nicht“ anstelle von vorwurfsvollen Konstruktionen mit „Du hast“, „Du musst“ oder „Du willst“. Damit können emotionale Verletzungen minimiert, das „Streitfeld“ aber dennoch mit erhobenem Haupt verlassen werden.

Fazit: Leider muss der Leser ein wenig Geduld mitbringen, ehe das Das Ende des Schreckens: Selbstverteidigung in Beruf und Alltag – Eine Anleitung, um sich erfolgreich zu wehren
zum Kern des Themas vorstößt. Räfle hat eine recht betuliche Erzählweise – ein Schritt vor, zwei zurück – die den ungeduldigen Leser in Kombination mit dem „Psycho-Therapeuten-Sprech“ schnell auf die Probe stellt. Wer diese Klippen jedoch umschifft, wird mit interessanten gedanklichen Anstößen für seinen beruflichen Alltag belohnt. Auch wenn nach der Lektüre die „Quälgeister“ noch nicht vertrieben sind, hilft das Buch, Konflikte früher zu erkennen und diese gegenbenenfalls gar nicht erst unnötig eskalieren zu lassen.

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