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Der Apfel fällt doch weit vom Stamm – Geschäftsmodelle im Netz jenseits von Apple

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Erstmals nimmt der Medienlotse mit diesem Beitrag auch an einer Blogparade unter dem Thema „Geschäftsmodelle im Web 2.0“ teil. Ausrichter ist die stARTconference.

Apple und Steve Jobs scheinen zurzeit unantastbar zu sein. Erst demonstrierten die Kalifornier mit iTunes, dass auch im darbenden Musikmarkt noch Gewinne erzielt werden können, jetzt verspricht das iPad den Anbietern von digitalen Inhalten den Durchbruch zu Paid Content. Still und leise entwickelt sich jedoch eine Gegenbewegung, die mit Apples Kontrollwahn nicht einverstanden ist.

Apple beherrscht iTunes nach Gutdünken
Einige deutsche Verlagshäuser, beispielsweise Gruner + Jahr, mussten bereits erfahren, dass die Pressefreiheit bei Apple kein großer Wert ist. Bei iTunes bestimmt nun einmal letztendlich „Hausherr“ Steve Jobs, was auf die Plattform darf. Beim Magazin „Stern“ waren einige Fotostecken zu obszön, die Satire-App von Pulizer-Preisträger Mark Fiore galt als „diffamierendes Material“. Erst nach einer Intervention von „iGod“ Jobs wurde die App wieder zugelassen, doch Apple kämpft weiter für seinen Traum vom Disneyland: „Wir glauben dass wir eine moralische Verpflichtung haben, Pornographie vom iPhone fernzuhalten“, schrieb Jobs.

Der langsame Tod des herkömmlichen Journalismus
Auch wenn es Springer-Chef Mathias Döpfner nicht wahrhaben will und das iPad jüngst als Heilsbringer für die im Netz immer noch darbende Medienbranche glorifizierte: der uns hinlänglich bekannte Journalismus des 21. Jahrhunderts ist bereits mausetot. Clevere Einzelkämpfer wie der Sportjournalist und Blogger Jens Weinreich haben bereits angefangen, sich online eine Fanschar aufzubauen, die sogar bereit ist, für die rechercheaufwendigen Artikel zur Sportpolitik zu bezahlen, wie die Diskussionen in seinem Blog zeigen. Derzeit ist jedoch überhaupt noch nicht sicher, welcher Anbieter und welche Technik die Entwicklung zu einer Art Mini-Paid Content vorantreibt.

Neue Kommunikationsformen im Netz
Früher war Microsoft die Ausgeburt des Bösen in der Netzwelt, heute sind es eher Google oder Facebook. Die soziale Plattform mit mehr als 400 Millionen Mitgliedern weltweit machte in letzter Zeit Schlagzeilen mit seinen ambitionierten Plänen, die gesamte Kommunikation im Internet umzukrempeln. Ein Teil der Facebook-Strategie ist es dabei, auf anderen Seiten präsent sein. Die User des Netzwerkes sind beispielsweise daran gewöhnt, mit wenigen Klicks ihre Vorlieben für Bands, Schauspieler oder Bücher offen zu legen. Dies soll durch die Implementierung eines „Gefällt mir“-Buttons nun auch über andere Webseiten möglich sein (wie über diesem Blogbeitrag bereits zu sehen).

Mit Facebook zu „Social Paid Content“?
Ein ganz ähnliches Ziel verfolgen Micropayment-Anbieter wie Flattr oder Kachingle. Dort können User einen monatlichen Betrag durch Klicks auf Webseiten verteilen. Anschließend wird die Summe durch alle Interaktionen geteilt, und so könnten auch kleinste Blogs vom sogenannten „Long Tail“ profitieren. Für Facebook wäre es ein leichtes, diese Technik nachzubauen oder aufzukaufen und einen Großteil seiner Gewinne künftig über Social Paid Content einzufahren. Ähnlich wie eBay, könnte die Plattform eine Art Bearbeitungsgebühr kassieren, ehe die User im Laufe eines Monats ihren Einsatz im Netz verteilen.

Apple muss die Tore öffnen
Und Apple? Auf den „Closed Shop“ iTunes und Guru Steve Jobs könnten dann harte Zeiten zukommen. Noch bestimmen sie, welche Inhalte über ihre Plattform laufen, die zurzeit der einzige Garant für Einnahmen im Internet zu sein scheint. Wenn aber eine kritische Masse erreicht ist, die auf Modelle wie Kachingle oder eine mögliche Facebook-Adaption dessen setzt, dürfte es eng für Apple werden. Gerade in Zeiten des iPad bestehen also gute Chancen für Netz-Community, Geschäftsmodelle jenseits von Apple und iTunes zu etablieren.

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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