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Medienlotse liest: Business Fiction

Im Rahmen der neuen ökonomischen Ordnung lechzen Firmen nach Aufmerksamkeit. Oftmals bedienen sie sich dafür klassischer Kanäle wie der Werbung. Doch nicht immer gelingt es, trotz großem Budget sich vom Wettbewerb abzugrenzen und bei den Kunden Relevanz zu erzeugen. Strategieberater Christian Hoffmeister verrät in „Business Fiction“ , mit der Kunst der Strategie-Erzählung einen völlig neuen Weg und erklärt, warum jedes Business eine Zukunfts-Story braucht.

In unserer schnelllebigen Welt sind andere Erzählungen gefordert: variabel, emotional, auf allen Kanälen verfügbar. Die bloße Wissensvermittlung hat ausgedient. „Business Fiction hilft, Informationen zu selektieren, zu verknüpfen und ihnen eine neue Bedeutung zu geben“, schreibt Hoffmeister. In Kombination mit Themen wie Innovation, Nachhaltigkeit und Gestaltung von Zukunft steigt auch der fiktionale Aspekt der Strategieentwicklung weiter an. Dafür empfiehlt der Autor, sich zunächst der Storytelling-Prinzipen aus Hollywood zu bedienen, also der Heldenreise oder dem 3-Akt-Modell.

Aber um das Haus der Erzählung auch mit Möbeln zu füllen, müssen sich der eigene Habitus und das strategische Denken weiterentwickeln. Dabei hilft, wie ein Autor zu denken und zunächst Konflikte zu fokussieren. Diese haben immer einen Ausgangspunkt und einen Call-to-Action, wenn Richard sich in „The Beach“ auf die Reise zur geheimnisvollen Insel auf der Schatzkarte macht. Die Konflikte müssen aber auch etwas kosten, wenn das Publikum nicht schnell gelangweilt werden soll. Richard muss beispielsweise seine gewohnte Lebensweise aufgeben, um im Paradies zu landen. Dieser (eingegrenzte) Lösungsraum ist der zweite wichtige Baustein von Business Fiction.

Am Ende der Heldenreise steht dann die Lösung des Ursprungskonflikts. Das funktioniert aber nie ohne Werteveränderung. Richard muss erkennen, dass das vermeintliche Paradies manchmal doch der Hölle gleicht. Und warum funktioniert „The Beach“ so gut als Erzählung? Weil wir uns in Richard wiedererkennen und seiner Wahl gerne folgen würden. Wenn Firmen diesen grundlegenden Prinzipien folgen und darüber hinaus darauf achten, Anknüpfungspunkte für ihre Business Fiction zu generieren – beispielsweise durch Sharingbuttons zu Social Media – und eine starke narrative Struktur aufweisen, kann  Aufmerksamkeit auf die eigene Strategieagenda gelegt werden.

Fazit: Hoffmeister zeigt in „Business Fiction“ sehr gekonnt die wesentlichen Elemente des Storytelling auf. Die Verknüpfung erzählerischer Elemente und Werkzeuge sowie der Strategieentwicklung birgt viele inspirierende Ansätze die dabei helfen, über den eigenen Tellerrand zu blicken und neue Impulse zu gewinnen. Oft erinnert Hofmeister in seinem drängenden Ton und der ewigen Mahnung zu Innovation und Wandel an „Der blaue Ozean – Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt“. Nicht jede Firma will aber unbedingt das Rad gleich neu erfinden.

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