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Welches Potenzial hat ein digitaler Sportkanal in Deutschland?

Kaum sind die Olympischen Spiele vorbei, regiert wieder König Fußball im TV. Doch ARD, ZDF und BBC haben während der Wettkämpfe in London gezeigt, was sie alles online auf die Beine stellen können. Hat ein Online-Sender mit Content aus Sportarten wie Rudern, Fechten, Segeln oder Badminton in Deutschland eine Zukunft? Die DOSB-Tochter New Media müht sich schon seit Monaten in Verhandlungen um die ungenutzten TV-Rechte der öffentlich-rechtlichen Sender. Vor einigen Tagen fand auf der Plattform „Splink“ mit einer Sendung zu den Finals im Deutschen Sportabzeichen ein erste Feldversuch statt.

 

Auf Einladung des Social Media Clubs Hamburg moderierte der Medienlotse Ende August die Veranstaltung zum Thema „Sportkommunikation“. Nach vier spannenden Vorträgen entspann sich beim Podiumstalk entlang der oben gestellten Frage eine facettenreiche Diskussion, die ich hier noch um ein paar persönliche Punkte und Ideen ergänzen möchte.

Martin Brückner von Start11 zeigte sich vom Vorschlag nicht direkt überzeugt: „Es gab schon einige Versuche, die allesamt keinen Erfolg hatten. Ich glaube jedoch, dass eine kleine Chance gibt, wenn beispielsweise über Social Media zuvor eine breite Basis aufgebaut wird“. Ähnlich skeptisch zeigte sich Robert Zitzmann von UFA Sports: „Ich schaue Fechten bei Olympia, weil es die Olympischen Spiele sind. Marke und Produkt sind einfach nicht interessant genug“. Hendrik Lange von adidas war ebenfalls noch nicht völlig überzeugt. Daniel Rehn, der demnächst ein Barcamp nur zum Thema Sport veranstalten möchte, hob hingegen die Vermarktungsmöglichkeiten hervor und bezeichnete die Kombination von Social Media und einem Online-Sender als große Chance.

Aber wird ein neuer Sender wirklich gebraucht? Immerhin gibt es Sender wie Eurosport oder Sport1, auch wenn dort „eben die Mädels tanzen müssen, um die Rechte zu finanzieren“. Ein Rückblick auf London gibt jedoch Hinweise, wie der gordische Knoten durchschlagen werden könnte: Zunächst sollten wir uns vom Bild eines klassischen TV-Senders lösen. Im Web funktionieren die Dinge nun einmal anders und es muss auch kein Vollprogramm zur Verfügung gestellt werden. Mit mehreren Streams und der Möglichkeit, Sportarten zeitversetzt zu verfolgen, wäre der neue Sport-Online-Sender schon vorne dabei.
Falls wirklich die TV-Rechte von ARD und ZDF an Land gezogen werden, könnte das Programm im Winter durch Übertragungen des Intercontinentalcups im Biathlon oder Skispringen ergänzt werden. Und auch das Problem der Kapazitäten ließe sich einfach lösen: Die Enthusiasten von marcel-ist-reif.de können sicherlich auch andere Sportarten als Fußball kommentieren… Das wäre dann auch für Sportartikelhersteller und Sponsoren interessant, die frühzeitig vor den nächsten Spielen in Rio und Sotschi Athleten aufbauen können.

Wie gezeigt, ist das Potenzial für einen neuen Online-Sender alleine schon aufgrund der technischen Möglichkeiten und der neuen Kollaborationstools riesig. Ebenso groß sind aber auch die anstehenden Aufgaben. Ich für meinen Teil freue mich auf einen Online-Sender. Wie seht ihr das? Hat sowas überhaupt eine Chance?

UPDATE: Der Next Media-Blog hat jetzt ein Videomitschnitt der Diskussion veröffentlicht.

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