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Social Media: Sport sorgt für Mainstream-Durchbruch

Pelé twittert, Oliver Kahn ebenfalls und nun auch Franz Beckenbauer. Was haben alle drei gemeinsam? Richtig, sie sind ehemalige Fußballer, die mit nur wenigen Tweets auf beachtliche Followerzahlen kommen. Damit ist bewiesen: Sport ist ein wesentlicher Treiber dafür, dass Social Media (und Twitter) im Mainstream angekommen ist.

Facebook will die Social-Media-Beiträge der Sportler zu Olympia monetarisieren

Die Dynamik des derzeitigen Wandels lässt sich gut an Franz Beckenbauer festmachen. Noch im Januar hatte er vor laufenden Kameras zu Thomas Gottschalk gesagt: „Na, ich weigere mich, mich mit dem Internet zu beschäftigen. Vielleicht später mal, wenn ich ganz viel Zeit habe, aber das wird dauern. Ich bin da genauso ein Blindgänger wie der Uli.” Seitdem sind nur fünf Monate vergangen und der Kaiser ist ebenfalls im Twitter-Club angekommen. Schon seit einigen Monaten sorgt die Sportbild dafür, dass Social-Media-Beiträge von deutschen und internationalen Sportlern auf einer Doppelseite prominent ins Licht gerückt werden.

Social Media: Sportlerin Caro Nytra freut sich über Aufmerksamkeit

Für weniger aufmerksamkeitsstarke Sportarten und Athleten bieten soziale Medien vielfältige Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu erzeugen. So freute sich Hürdenläuferin Carolin Nytra über die mediale Aufmerksamkeit für ihren Twitter-Account und schob nach: „Dank Twitter habe ich es jetzt 2x in die @Sportbild geschafft – sportlich hab ich da keine Chance 8-D“. Dennoch darf die derzeitige Entwicklung nicht überbewertet werden. Die dpa hatte den Medienlotsen in den vergangenen Tagen zu Tweets der deutschen Fußballnationalspieler befragt: „Athleten äußern sich im Web mittlerweile ähnlich professionell und abgeklärt wie gegenüber den klassischen Medien“, so mein Befund. Mittlerweile ist kaum ein Athlet aus den aufmerksamkeitsstarken Sportarten ohne professionelle Betreuung im Web unterwegs.

Aufgrund des Supersportjahrs 2012 hatten sich Verbände und Ausrichter von Sportgroßveranstaltungen schon frühzeitig bemüht, die wichtigsten Social-Media-Kanäle zu bestücken. Das Team der Olympischen Spiele in London twittert bereits seit knapp zweieinhalb Jahren und  nicht zuletzt deshalb soll die Veranstaltung zu dem Social-Media-Event überhaupt werden. Das haben auch das IOC, der DOSB (siehe: hier) und zuletzt Facebook erkannt, die allesamt Seiten mit aggregierten Sportlerinhalten bereitstellen. Während die Verbände bei der Monetarisierung noch vorsichtig sind, sind die Beweggründe beim mittlerweile börsennotierten Facebook völlig anders gelagert.

Im Vergleich zum Sport haben andere Branchen im Social-Media-Bereich noch großen Nachholbedarf. Der deutsche Versandhandelskongress in Wiesbaden hat sich zwar voll und ganz dem eCommerce verschrieben, doch eine Übersicht von twitternden Branchenvertretern oder Besuchern fehlt. Auch in der Buchbranche sieht es ähnlich mau aus. Tweets mit Inhalten wie „Ich habe ein Bild bei Facebook hochgeladen“ sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß.

Welche Branchen sind bei der Social-Media-Kommunikation schon auf einem guten Weg? Welche Verbände machen bereits gute Arbeit? Wo gibt es noch Defizite? Ich freue mich auf Hinweise und Diskussionen!

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