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Quo vadis, Facebook?

FaceTweet it!

Mittlerweile nutzen auch in Deutschland immer mehr Menschen Facebook. Knapp 20 Millionen sind bereits Mitglied im sozialen Netzwerk, doch in der letzten Woche machten bereits Meldungen über sinkende Nutzer- und Interaktionszahlen die Runde. Der Medienlotse analysiert die Situation.

Scott Beale / laughingsquid.com.

Quantität nicht gleich Qualität!
Oftmals herrscht die irrige Vorstellung, je mehr Menschen mitmachen, desto besser müsste eine Sache sein. Diese Tatsache machen sich mitunter aller Medienproduzenten zu Nutze, wenn sie Ranglisten beliebter Bücher, Künstler oder Filme veröffentlichen – in der Hoffnung, dadurch noch mehr Verkäufe zu generieren. Ähnlich verhält es sich auch auf Facebook, wo Firmen behaupten „Wir sind mit 200.000 Fans Branchenspitzenreiter“ oder darauf hinweisen „Unsere Konkurrenz hat 387 Fans weniger“. Zwar ist es richtig, dass Nutzer bei der Suche nach Präsenzen von Markenartiklern zunächst die Gruppe mit der höchten Nutzerzahl wählen und damit durchaus auf inoffiziellen Seiten landen können (siehe Fußball-Bundesliga). Aus Sicht der Marketers ist aber viel wichtiger, welcher Interaktionsgrad auf der Seite vorherrscht. Sollten von meinen 300.000 Fans also nur ein knappes Dutzend die Postings mit einem „Like“ goutieren, könnte die Content-Strategie fehlerhaft sein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!
Schon nach der Chefticket-Aktion der Deutschen Bahn prognostizierte der Medienlotse, dass Facebook in Zukunft immer mehr zum Vertriebskanal wird. Kein Wunder, denn mittlerweile gibt es ganze Firmen, deren Geschäftsmodell darauf besteht, mittelständischen bis großen Kunden die Facebook-Marketing-Klaviatur zu erklären. Nach und nach trauen sich immer mehr Firmen, eine Webpräsenz im Social Web zu bespielen. Es scheint also, als hätten Beispiele misslungener Kommunikation von Unternehmen, die Entscheider nicht davon abgehalten, grünes Licht für ein Social Media Engagement zu geben. Für die User bleibt das verstärkte Markenengagement aber nicht ohne Folgen. An manchen Tagen scheint es, als würden nur Konzerne auf der eigenen Pinnwand posten, während die Freunde in Firmen ackern, in denen die Facebook-Benutzung verboten ist. Anders sieht es hingegen am Wochenende aus, wenn sich die Werkstore schließen: dann sind wieder die Freunde aktiver.

Be yourself!
In Ländern mit einer höheren Facebook-Durchdringung sowie unter Early Adoptern lassen sich bereits Entwicklungen ablesen, die in ein bis zwei Jahren auch die breite Masse von Nutzern erreichen könnten. Viele sind schon jetzt von der hohen Aktivität der Firmen bei Facebook genervt und zudem frustriert von den nur sehr bruchstückhaften Möglichkeiten, die Verteilung des eigenen Contents zu kontrollieren.
Twitter auf der anderen Seite erscheint vielen Nutzern mittlerweile das attraktivere Medium zum Teilen von Content und Gedanken zu sein. Im rasanten Newsstream fallen die Meldungen von Firmen gar nicht weiter auf, höchstens das nachgelagerte Echo von Meldungen bei weniger aktiven Usern nervt mitunter (so war der Tod von Michael Jackson knapp drei Tage Top-Thema bei Twitter). Wie der Medienlotse durch eigene Versuche und im Gespräch mit Early Adoptern herausfand, steigt die Follower-Zahl, je mehr private Gedanken im „permanenten Sonderkorrespondentennetzwerk“ geäußert werden. Durch simple Privatsphäre-Einstellungen behalten die User den Überblick darüber, wer ihre Mitteilungen liest (kleiner Tipp: Wenn die eigene Mutter mit Twitter umgehen kann, ergeben sich die persönlichen Social Media Guidelines fast von selbst).

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