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Inspiration und Innovation – Tchibo Ideentag 2011

Eher zufällig bin ich zur Teilnahme am ersten Tchibo Ideentag gekommen. Das als Kaffeeröster gestartete Unternehmen unterhält mit „Tchibo Ideas“ bereits seit einigen Jahren eine eigene Crowdsourcing-Plattform, auf der Kunden, Fans und User neue Produkte vorschlagen, gestalten und zur Abstimmung stellen können. Einige hat das Hamburger Unternehmen bereits umgesetzt, bsp. das Duschmeter, welches den Wasserverbrauch misst. Im Rahmen des Ideentages wurde aber nicht nur das beste Produkt 2010 gekürt, sondern am Vormittag in spannenden Keynotes und Workshops Gedanken zum Thema „Nachhaltigkeit und Energie“ vertieft, die der Medienlotse schlaglichtartig darstellt.

Skepsis
Am Anfang war ich tatsächlich noch etwas skeptisch. Im Elbpanorama gab es zwar einen schönen Rundumblick über Hamburg, aber das Eingangs-statement durch einen Tchibo-Manager oszillierte zwischen „zu trocken“ und „zu gewollt enthusiastisch“. Irgendwie auch verständlich, da die gesamte Veranstaltung für den Kaffeeröster sicher ein großes Experiment darstellt. Designarchitekt Werner Aisslinger begann den Vortragsreigen und erklärte zunächst, was in seinem hübsch anzuschauenden Berliner Loft-Büro für tolle Dinge passieren. Damit konnte der Designer leider nicht ganz an das vorgegebene Thema – Visionäre Gestaltungsziele – heranreichen, doch immerhin versuchte er durch Bildung von Begriffspaaren (Nische – Massenmarkt) Spannungsfelder im Designprozeß aufzuzeigen. Sehr gut gefallen hat mir indes die Gegenüberstellung von „Seismograph“ und „Preview“: Gute Designer müssen erspüren, was in der Gesellschaft um sie herum passiert, Trends aufnehmen und in Gestaltung übersetzten. Gleichzeitig müssen sie aber auch vorausdenken und wissen, was in drei bis fünf Jahren immer noch als visionär gelten wird. Nichts, so Aisslinger, hasse er mehr, als mit seinen Ideen schon nach wenigen Monaten dem Massengeschmack hinterherzuhängen.

Die Ibo-Show

Alle Skepsis bei mir verflog jedoch, als die große Ibo-Show begann. Ibo, so nennt sich Entrepreneur Ibrahim Evsan bei Twitter. Der Gründer von Sevenload und aktuelle CEO von Fliplife versprühte in seinem Vortrag derart viel Energie, so dass der Ideentag richtig in Gang kam. Besonders beeindruckend waren die Charts, die zeigten, dass Social Media aus unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken ist, denn jedes neue Medium hat die Distanz zwischen Mensch und Maschine weiter verkürzt (Radio – in Hörweite, TV – in Sichtweite, PC – in Leseweite – Smartphone – in der Hosentasche). Weitere wichtige Trends laut Evsan: Gamification und Authentizität. Online-Games kommen immer mehr aus der Schmuddelecke und sind ein geeignetes Motivations-Tool, um User zu bestimmten Aktionen zu bewegen. „Wer im Netz offen sagt, wer er ist und was er denkt wird überrascht sein, wieviele andere sich bei ihm melden werden, die genau diese Interessen und Neigungen teilen“, so Evsan zur Authentizität.

Zwischen Theorie und Praxis

Der dritte spannende Vortrag markierte gleichzeitig den Abschluss des nun äußerst interessanten Vormittages. Prof. Reto Wettach berichtete aus seinem aktuellen Forschungsprojekt, welches sich mit der Visualisierung von Energie-Strömen auseinandersetzt. So entwickelten seine Studenten ein Stromkabel, welches je nach Intensität und Kostengrad der verbrauchten Energie fluoresziert. Die Forscher haben u.a. ein Framework erarbeitet, an dem sich künftige Design-Konzepte zum Energiesparen orientieren können. So brauchen die energiespargewillten User nicht nur ein persönliches Echtzeitfeedback, sondern auch eine genaue grafische Aufschlüsselung ihres Verbrauchprofils sowie die Möglichkeit, durch ihr Handeln sozial belohnt zu werden. All diese Überlegungen mündeten in ein stylisches Smartmeter, welches ein verändertes Stromverbrauchsverhalten durch Icons belohnt und die User eben nicht sozial degradiert oder gar bestraft.

Workshops & Fazit
Derart theoretisch gerüstet, ging es in die Workshops. Als einziger Nicht-Designer wurde ich in meiner Gruppe 06 (Gelb) zunächst etwas skeptisch beäugt, doch schon schnell hatten wir uns in dem Fall, wie dem 35-jährigem Single, Topverdiener und Sport-Addict Carl das Energiesparen schmackhaft gemacht werden könnte, festgebissen. So konnte ich auch erstmal selbst erleben, wie die Design Thinking Methode in der Praxis funktionierte und war begeistert vom Drive der Gruppe und der Qualität der Ideen, die in nur dreiminütigen Runden enstanden. Leider konnte ich aufgrund anderer Termine nicht mehr bis ganz zum Schluß bleiben und die Finalisierung der Idee miterleben,
Mir hat die Mitarbeit im Team großen Spaß gemacht. Ebenso erkenntnisreich war der Blick über den Tellerrand in die Designwelt. Mein Dank geht daher an Tchibo für die tolle Veranstaltung und an den Visualblog, der überhaupt erst den Besuch ermöglichte. Bis zum nächsten Mal!

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  1. Pingback: Durch Lego zum Erfolg! « Medienlotse

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