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Die Zukunft des Check-Ins

Aufmerksame Leser des Medienlotsen werden bereits wissen, dass Lokalisierungsdienste wie Foursquare, Gowalla und Facebook Places sowie die daraus entstehenden Möglichkeiten und Anwendungsbeispiele zu den Schwerpunkten des Blogs gehören. Auch 2011 wird sich das so schnell nicht ändern. Mit der Foursquare-Ankündigung, demnächst mit der Telekom zu kooperieren, werden die „location based services“ wohl auch hierzulande endlich den Massenmarkt erreichen. Doch um den Usern wirklich Mehrwert zu bieten, müssen die Anbieter nichts weniger als den Check-In 2.0 ermöglichen. Der Medienlotse erklärt, was sich dahinter verbergen kann.

1. Grenzen des 1.0 Check-In

Selbst Foursquare-Gründer Dennis Crowley gab Ende 2010 in einem Interview zu, manchmal von Check-Ins regelrecht ermüdet zu sein. Bisherige Angebote haben gemein, dass bei Betreten einer neuer Lokalität (Laden, Bar, Restaurant, Stadion etc.) zunächst das Mobiltelefon gezückt werden muss, um sich manuell einzuchecken. Das kann mitunter zu hochgezogenen Augenbrauen bei den Begleitern führen, die das Konzept der Lokalisierungsdienste entweder nicht kennen oder nachvollziehen können. Auch braucht es manchmal einige Zeit, den Ort im Wust der angezeigten Möglichkeiten zu entdecken oder gar neu anzulegen.

Weitere Limitierungen der Lokalisierungsdienste:

  • Akku- / Batterieverbrauch (ständige GPS- oder WIFI-Verbindung nötig)
  • ungenau (Check-Ins können bis zu 500m vom eigentlichen Standort differieren)
  • verwundbar durch Lokalisierungs-Kriminalität
  • unübersichtlich (viele Anbieter, bisher keine Killer-App)

 

2. Welche Veränderungen sind nötig?

Um Lokalisierungsdienste noch populäre zu machen, ist eine größere Nutzerdichte vonnöten. In Deutschland nutzen gerade einmal 200.000 Menschen die Dienste von Foursquare. Die Dash7-Alliance (Dank an Kai Fischer für die Slides!) plädiert beispielsweise dafür, automatische Check-Ins zu ermöglichen und die Limitierung/ Fixierung auf das Smartphone aufzuheben. Dafür, so die Forscher, sei es nötig, dass Markenartikler und Shops in eine moderne Check-In-Infrastruktur investierten. Erst wenn Check-Ins sicher, automatisch, präzise, batteriefreundlich, einfach und über verschiedene Plattformen oder Devices hinweg möglich sind, können Lokalisierungsdienste aus der Nerd-Ecke ausbrechen und zu einem wirklichen Massenphänomen werden.

3. Die Welt des Check-Ins 2.0

Kommende Check-Ins werden vor allem automatisch ablaufen (also muss nicht erst das Telefon gezück, die Anwendung aufgerufen und der Ort im Display gesucht werden) – etwa bei Betreten eines Restaurants – und auch die Möglichkeit beinhalten, wieder auszuchecken. Usern bleibt es künftig selbst überlassen, ob sie für die Teilnahme an Lokalisierungsdiensten ihr Smartphone, die Kreditkarte oder ihre Kleidung nutzen. Eine Kombination der RFID-Funk-Sensor-Technologie (eine breiten Öffentlichkeit beispielsweise seit der Diskussion 2006 um die WM-Tickets bekannt) mit der Near Field Communication (NFC) (die Deutsche Bahn testet bereits seit mehreren Jahren an ausgewählten Bahnhöfen den barrierefreien Ticketkauf an Touchpoints) würde völlig neue Möglichkeiten erschließen. Beim Betreten eines Restaurants könnten die Inhaber neue Menüs oder Vorteilsdeals auf das Smartphone schicken oder Touristen bekommen beim Erstbesuch in einer neuen Stadt Vorschläge, welche Spots auf Basis ihrer Check-Ins in der Heimat für sie interessant sein könnten. Darüber hinaus haben Markenartikler die Möglichkeit, Shopbesuche mit bestehenden Kundenbindungsprogrammen (bsp. Payback) zu verbinden. Sichergestellt werden muss jedoch, dass versehentliche Check-Ins an inkriminierenden Orten (Stripbars etc.) ausgeschlossen werden. Unklar ist, ob User dafür eine Positiv-Liste von Locations anlegen und sich nicht doch mit allerlei Berechtigungen und Logins werden herumschlagen müssen.

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  1. Pingback: Lokalisierungsdienste vor dem Ende? « Medienlotse

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