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Wie soziale Netzwerke in Zukunft aussehen

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Durch das Internet verwischen die Rollen, in denen sich Menschen zu bewegen pflegen (Hausfrau, Mutter, Arbeitnehmerin, Chorleiterin, Schwimmerin, Pflanzenliebhaberin) zunehmend. Noch sind soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter nicht in der Lage, zwischen den verschiedenen Kontaktgraden einer Person (starke, schwache und temporäre Kontakte) zu unterscheiden. Dies wurde jetzt CNN-Reporterin Octavia Nasr nach einer mehr als zwanzigjährigen TV-Karriere zum Verhängnis. Der Medienlotse analysiert anhand dieses Falls exemplarisch, in welche Richtung sich soziale Netzwerke entwickeln könnten.

Der Fall Nasr
Nasr hatte in einem Statusupdate bei Twitter Bedauern über den Tod eines Hisbollah-Ayatollah geäußert: „Sad to hear of the passing of Sayyed Mohammed Hussein Fadlallah. One of Hezbollah’s giants I respect a lot“ – ich habe mit Trauer vom Verscheiden von Sayyed Mohammed Hussein Fadlallah erfahren, eines der Giganten der Hisbollah, dem ich eine Menge Achtung entgegenbringe (Quelle und Übersetzung hier). Nach Bekanntwerden des Tweets sowie der Löschung durch Nasr versuchte die Journalistin später, in ihrem Blog die genaueren Beweggründe für ihre Äußerung darzulegen. Nasr schätzte demnach insbesondere die Haltung des Ayatollahs zu den Rechten der Frau. Doch der Streisand-Effekt tat sein übriges und CNN entließ die Leiterin seiner Nahost-Abteilung daraufhin fristlos.

Warum Netzwelt und Offline-Welt nicht miteinander können
Mit Aufkommen der sozialen Netzwerke hat sich die Sprengkraft von persönlichen Meinungsäußerungen (oder ganz generell: digitalen Spuren) im Netz vervielfacht. Größter Fehler im Vorgehen Nasrs wird sicherlich die Tatsache gewesen sein, dass sie ihre deutlich persönlich gefärbte Meinung über einen Account mit CNN-Kennung tweetete und somit den Anschein erweckte, hier eine offizielle Position ihres Arbeitgebers (mit) zu vertreten. Der Fernsehsender musste somit zu diesem drastischen Schritt der fristlosen Kündigung greifen, um gerade in den islamkritischen USA nicht auch nur den Hauch eines Verdachtes der Sympathie für die Hisbollah aufkommen zu lassen. Immer wieder kommt es wie im obigen Fall oder etwa bei den in der vergangenen Woche durch das Wikileaks-Portal vorgelegten Dokumenten über den Afghanistan-Krieg zu tief greifenden Irritationen.

Google skizziert die Lösung
Ausgerechnet der bisher in Social-Media-Fragen mäßig erfolgreiche Internetriese Google scheint Abhilfe zu schaffen. Paul Adams vom UX-Team legte in einer hoch interessanten 224-Seiten-Präsentation dar, wie soziale Netzwerke schon morgen aussehen könnten. Adams ging es dabei vordergründig nicht nur um eine plumpe Abrechnung mit Konkurrent Facebook. Vielmehr plädiert er dafür, dass Internettechnologien für die User transparent sein müssen, damit sie nicht – wie im Fall Nasr – ihre Statusupdates mit den falschen Freundes-Gruppen teilen oder die Reichweite ihrer Zuhörerschaft unterschätzen. Erst wenn Konversationen, Meinungsäußerungen oder Diskussionen online mit einer Art Verfallsdatum versehen werden, könnte dies zu einem Abflauen des anhaltenden Missverständnisses zwischen Off- und Online-Welt führen. Es bleibt jedoch fraglich, ob sich die Digital Natives und Netzaktivisten diesen doch recht einseitigen Forderungen der Offliner unterwerfen werden. Bis dahin dürfte also noch genug Zeit vorhanden sein, um die Gedanken von Adams fortzuführen und mit den Social Networks 2.0 das Web 3.0 herbeizuführen.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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