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Slow Media statt Social Media?

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Twitter, Blogs, Facebook, Tumblr, Hootsuite und noch viele mehr – sinnige Dienste, die wie Kleinkinder nach Aufmerksamkeit schreien, gibt es im Internet zuhauf. Eine kleine Gruppe um FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher folgert daraus, dass das „Netz unser Gehirn kaputt macht“, Medienwissenschaftler wollen hingegen in den letzten Monaten den Trend zu „Slow Media“ entdeckt haben. Der Medienlotse fächert die Diskussion ein wenig breiter auf.

1. Nachhaltigkeit im Internet?
Wer sich einen Moment Zeit nimmt und über die Webseiten der 30 Dax-Unternehmen surft, wird früher oder später auf den Begriff Nachhaltigkeit stoßen. Viele Unternehmen haben sich im Rahmen der „Corporate Social Responsibility“ beispielsweise verpflichtet, den internen CO2-Ausstoß zu senken oder Trinkwasser zu sparen. Slow Media-Adepten rufen jetzt aber verstärkt dazu auf, sich mit dem nachhaltigen Internet zu beschäftigen. Doch was soll sich dahinter verbergen? Computer- und Medienforscher Dr. Stephan Baumann glaubt, dass sich vorallem Internet-Konsumenten und nicht die Produzenten des Inhaltes „nachhaltig“ verhalten müssten.

2. Mit Nachfragemacht zum besseren Gewissen?
Mittlerweile weiß jedes Schulkind, dass sich im Internet die Märkte vom Anbieter zum Nachfrage verschoben haben. Mit diesem Wissen im Hintergrund und in Kombination mit einer voll entwickelten Bürgergesellschaft könnte es dereinst tatsächlich zu Entwicklung nachhaltiger Internetangebote kommen. Computer-Ökologe Jorge Zapico versteht darunter etwa, Anwendungen und Plattformen zu meiden, die eine nicht-nachhaltige Lebensweise fördern (Facebook???), möglichst umweltschonende Hardware zu entwickeln oder das virtuelle Gemeinschaften insbesondere zu lokalem Handeln aufrufen (Flashmobs???) sollen.

3. Und was ist mit Medienkompetenz?
Social Media und das Internet duften stetig wie süßer Honig, doch wer sich wirklich zwischen den Bienenschwärmen – um im Bild zu bleiben – zurechtfinden und sicher (d.h., kompetent, abgestimmt, vorausschauend, informier und nachhaltig) bewegen will, kommt am Erwerb von Medienkompetenz nicht vorbei. Nur wer wie taz-Autor Christoph Koch die (schmerzhafte?) Erfahrung gemacht hat, Wochen oder Monate auf das Internet und die tollen Web 2.0-Anwendungen zu verzichten, hat überhaupt die Chance, sich rückzubesinnen. Das mag den Älteren, die dann wieder ein Buch in die Hand nehmen, ins Kino oder Konzert gehen, einfacher fallen, als den Digital Natives, die ja – so scheint es – mit einem iPad in der Wiege aufwachsen. Anders gesagt: Wie so oft im Leben führt Verzicht zum Erfolg und schon Peter Lustig wusste: Einfach mal Abschalten!

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