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Lokalisierungs-Kriminalität steht in den Startlöchern

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Der Medienlotse ist ja per se unverdächtig, jeden Internet-Hype mitzugehen (oder haben Sie hier im Blog etwas von Google Buzz gelesen?) oder zu den Hardcore-Skeptikern zu gehören, die immerfort vor dem bösen Netz warnen. Das ReadWriteWeb hat jetzt jedoch in einem bemerkenswerten Artikel dazu aufgerufen, das hemmungslose Nutzen von Lokalisierungsdiensten wie Foursquare hinsichtlich einer kriminellen Ausbeutung zu hinterfragen.

1. Die Ausgangslage
Im Jahre 2010 sind Lokaliserungsdienste und Geotagging in aller Munde. Durch spielerische Elemente (bei Foursquare gibt es für jeden Check-In Belohnungen und einen Wettbewerb, wer an einem bestimmten Ort „Mayor“ wird) wird eine breite Nutzergruppe angesprochen, die die Dienste weiter popularisieren. So produzieren immer mehr Menschen immer mehr Daten, die das Potenzial zur Herstellung von Bewegungsprofilen, Vorlieben, Routen etc. in sich bergen.

2. Das Problem
Kriminelle (und Terroristen) können sich dieses Wissen leicht zu eigen machen, wie die Seite „Please Rob Me“ durch die Nutzung des Twitter-Streams eindrucksvoll beweist. ReadWriteWeb berichtet vom Abgleich von Google-Street-View-Daten mit Shoppingplattformen, bei denen Verkäufer sogar noch angeben, wann sie am besten zu Hause per Telefon erreichbar sind. Auch veortet das iPhone die mit seiner Kamera aufgenommenen Bilder automatisch mit GPS-Daten, User müssen diese Einstellung erst deaktivieren. Noch tiefer ins Problem eingestiegen sind die Berkeley-Forscher Gerald Friedland und Robin Sommer, die bereits im Mai mit einem kurzen Report die Öffentlichkeit über die Gefahren im zu sorglosen Umgang mit populären Plattformen wie YouTube oder Flickr sowie mit Smartphones wie dem iPhone aufmerksam machen wollten (Donwload, PDF, Englisch).

3. Die Lösung
An dieser Stelle kann ich als Medienlotse nur mein altes Mantra von der Medienkompetenz wiederholen, denn noch gibt es keine rechtliche oder technische Lösung, um der kriminellen Nutzung von Lokalisierungsdaten Herr zu werden. In diesem Sinne soll auch dieser Beitrag verstanden werden, der zunächst auf das Problem aufmerksam macht und die User bestenfalls dazu animiert, ihr Verhalten zu überdenken und in Zukunft zu ändern. Ganz pragmatische Tipps wären z.B:

  1. Foursquare-Aktionen nicht in den öffentlichen Twitter- oder Facebook-Stream zu posten
  2. insbesondere Tweets aus dem Urlaub zu unterlassen
  3. die tollen Urlaubsbilder erst nach der Rückkehr ins Netz hochzuladen
  4. Twitter- oder WordPress-Update ohne Geotags vorzunehmen
  5. aktiv an der Entwicklung eines Programms zu arbeiten, welches den automatischen Verfall von Lokalisierungsdaten nach einer frei definierten Zeitspanne erzeugt

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  1. Pingback: Facebook Places jetzt auch in Deutschland « Medienlotse

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