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Ungleicher Kampf: Bundes-Ilse v Facebook-Mark

Mittlerweile scheint nach dem Google-Bashing die Kritik am weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook en vogue zu sein. Erst sorgte Ministerin Ilse Aigner im Osterloch mit der Drohung, ihren Account zu löschen, falls die geplanten Änderungen zum Datenschutz tatsächlich umgesetzt werden sollten, für etwas Aufruhr. Jetzt sprang auch die Verbraucherzentrale der Ministerin bei und empfahl den Deutschen, sich von Facebook abzuwenden und ein anderes soziales Netzwerk zu bevölkern. Weltfremder geht es kaum, findet der Medienlotse. Und bis zum BundesVZ sollten lieber noch ein paar Jahre ins Land gehen.

1. Hohle Drohungen bleiben hohl

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird ob des blauen Briefes aus Berlin sicherlich wie Espenlaub gezittert haben, sofern er denn des Deutschen mächtig ist. Sollten alle deutschen Politiker und Parteien ihre Aktivitäten auf Facebook einstellen wäre dies sicherlich kein Verlust für die restlichen ca. 400 Millionen Mitglieder weltweit. Auch würde wohl kaum einer der webaffinen Bundesbürger/innen diesem Schritt nachweinen, denn was der politische Betrieb bislang im Web 2.0 bietet, ist biedere Hausmannskost. Schlimmer wäre es für Zuckerberg, wenn sich Werbepartner und Affiliates durch die neuen Änderungen bedroht fühlten. Gerade sie werden davon aber überproportional profitieren.

2. Die Community ist schlauer als der Rest
Wer wie Aigner im Glashaus der öffentlichen Permanent-Beobachtung sitz, sollte es tunlichst vermeiden, mit Steinen zu werfen. Ansonsten hätte die Ministerin gewusst, dass die Facebook-User sich in Windeseile untereinander informieren, wie die jeweils neuesten Änderungen bei den Einstellungen abgeschwächt werden könne. Die Aufregung, die es jetzt um die Weitergabe um Profildaten oder Mailadressen gibt, ist einfach nur eine Wiederholung der Diskussionen, die es gab, als Facebook die Fotoalben der User automatisch für alle freischaltete. Binnen weniger Tage hatte jeder aktive User die entsprechenden Einstellungen vorgenommen, sofern er sie ändern wollte. Es reicht eben nicht, nur andere Facebook-Leichen wie den talentierten Freiherrn von und zu Guttenberg oder den Haribo-naschenden Tommy Gottschalk wie Aigner zu seinen Online-Freunden zu zählen. Dabei haben echte Menschen aus dem richtigen Leben schon immer gut geholfen, die politische Kaste auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen – nicht nur im Wahlkampf.

3. Was wirklich zu erwarten ist

Eine genauere Beobachtung der sozialen Netzwerke verleitet dennoch zur Sorge: Ob nun You Tube in der Anfangsphase mit unlizensierten Videos, Google Buzz mit zweifelhaften Datenschutzeinstellungen oder XING mit dem Hickhack um Werbung in den Premium-Accounts – alle Firmen konnten ihre Regelbrüche letzlich erfolgreich umsetzen und den Datenschutz aushöhlen.

Welche Alternativen bleiben also? Wer will kann mit der Suicide Machine noch auf recht humorige Art sein Leben im Web 2.0 beenden oder mit Entrustet detailliert festlegen, wer nach einem natürlichen Tod Zugang zu Daten und Onlinekonten bekommt bzw. was damit genau geschehen soll.

UPDATE: Unter diesem Link kann das Facebook-Konto gelöscht werden.

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  1. Pingback: Danke, Facebook! « Medienlotse

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