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Off- und Online richtig vernetzen

Tja, nichts leichter als das, oder? Heerscharen von Marketeers versuchen genau diese Denkweise ihren Kunden einzubläuen, doch noch immer sehen sie und die Experten der bunten Bilder und Broschüren oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht. Entweder finden sich online nur digitalisierte Kataloge oder die Usability der Webseiten raubt den Besuchern den letzten Nerv. Der Medienlotse hat einige Anregungen zusammengetragen, wie die Stärken der Off- und Onlinewelt miteinander verschmolzen werden können:

1. Wenn ich trotz des Schnees und Eis durch meinen Stadtteil wandere, fallen mir sofort die vielen Aufkleber und Plakate an den Stromverteilungskästen und sonstigen ungewöhnlichen Orten auf. Oftmals werden nur die nächsten Parties beworben, aber manchmal finden sich auch interessante Hinweise auf Kunstaktionen oder Aktivitäten in der Nachbarschaft. Da natürlich auf dem begrenzten Raum nicht alle Informationen untergebracht werden können, gehört es mittlerweile schon zum guten Ton, eine Webadresse zu hinterlassen (bei einer Kontaktmail wäre die Hemmschwelle zu hoch). Gruppen wie „Kein Ikea in Altona“ oder „Recht auf Stadt“ verfahren nach genau diesem Prinzip, und weisen auf ihren Webseiten auf weitere Informationskanäle (Twitter, Facebook, SMS) hin und bieten aktuelle Infos. Die genutzten Off- und Onlinemedien kombinieren eine perfekte Ansprache der Zielgruppe mit einer leicht zu erinnernden URL und regelmäßigen Offlineaktivitäten.

2. Aber nicht nur für bürgerschaftliches Engagement macht diese Verzahnung Sinn, sondern auch für Unternehmen. Leider beschränken sich die meisten darauf, im Netz Barrieren aufzubauen. Dabei wäre es so einfach, das Internet als eigenen Raum zu erkunden und nicht immer nur Kataloge, Kontaktflächen und Online-Shops anzubieten. Immerhin machen einige Firmen und Organisationen bei Facebook mit Fan-Gruppen erste Erfahrungen, wie eine relativ homogene Zielgruppe dauerhaft bespaßt werden kann. So verlost das IOC anläßlich der Winterspiele in Vancouver Pins, adidas in Vorbereitung auf die WM in Südafrika Trikots und Bälle. Wer im Netz allerdings erfolgreich sein will, muss mehr im Sinn haben, als Adressen zu generieren und Preise zu verlosen.

3. Vielmehr müssten Firmen sich etwas trauen und einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Warum z. B. finde ich für die Lirio-Lampen von Philips, für die ich mich interessiere, nur einen sattmachenden Online-Shop, aber keine weiteren Information über Designer und Entstehungsprozess der Serie? Zwar ist es nicht sonderlich weltbewegend, wenn im Frosta-Blog im Hochsommer berichtet wird, dass der Marketing-Chef Eis für die Abteilung spendiert hat. Aber irgendein Brain in der Geschäftsführung wird sich schon etwas dabei gedacht haben, diese mitunter flapsige Art der Unternehmenspräsentation im Netz abzunicken. Mit Erfolg, wie das Wachstum des Tiefkühlanbieters in den letzten Jahren gezeigt hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Um Off- und Online näher zusammenzubringen, erfordert es in beiden Welten mehr Mut. Noch immer garantieren vorallem im städtischen Kontext Guerilla-Marketing-Aktionen die höchste Aufmerksamkeit und im Netz sollten zumindest in der b2c-Kommunikation mutigere, multimediale Darstellungen und Blicke hinter die Kulissen Standard werden.

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